Kleingedrucktes

Die Schlehe


Die Schlehe, oft auch Schwarzdorn genannt, ist ein heimisches Wildobstgehölz, welches in der freien Landschaft an Waldrändern, auf Anhöhen oder auch an Wegrändern zu finden ist. Der 1-3 Meter hohe Strauch hat eine fast schwarze Rinde, daher trägt die Pflanze auch den Namen Schwarzdorn. Die Zweige bilden teilweise eine sehr harte Spitze, die als Dorn bezeichnet werden kann. An ihm kann man sich empfindlich stechen.

Die Schlehe oder auch Schlehdorn bildet im April herrlich weiße, süßlich duftende Blüten. Sie dienen den Hummeln, die auch in der kalten Frühlingsluft bereits unterwegs sind reichlich Nahrung. Der Blütenflohr sieht an dem schwarzen Holz sehr dekorativ aus. In manchen Jahren ist die Blütenpracht der Schlehen so groß, dass man von dem Holz fast nichts mehr sieht, sondern nur eine weiße Blütenwolke.

Schlehen Blüte


Schlehen im Sommer und ihre Besucher


Die Blätter der Schlehe erscheinen im Mai. Dann sind die Blüten bereits am welken. Das eiförmige glänzend grüne Blatt der Schlehe wird etwa 3 cm lang. Durch den dichten sparrigen Wuchs der Schlehe ist diese gut als Hecke geeignet. Man braucht sie auch kaum zu schneiden. Sie bildet ein undurchdringliches und im Sommer blickdichtes Geäst, welches von vielen Vögeln und auch Raupen aufgesucht wird. Zu nennen wäre da die sehr bizarr aussehende Raupe des Schlehenspinners. Die Raupe frißt an den Blättern der Schlehe, aber auch an Weißdorn, Hasel und krautigen Pflanzen. Der lustige Vertreter hat ein recht selbstbewustes Auftreten, da die vielen hellen Borsten bei Berührung zu Juckreiz und Ausschlag führen kann.

Schlehen Spinner

Die blauen Früchte der Schlehen sind etwa 1-2 cm groß und kugelig rund. Sie erinnern im Aussehen an Heidelbeeren. In der einsamigen Steinfrucht befindet sich ein nach Bittermandeln schmeckender Stein. Er kann zum Backen und Aromatisieren von Likör verwendet werden. Das Fruchtfleich der Schlehenfrüchte ist dunkel, die Schale blau bereift. Geschmacklich sind die Früchte herb- zusammenziehend und werden erst nach dem Frost süßlich und lecker. Sie enthalten viel Vitamin C.

Die Schlehenfrüchte sind im Oktober reif zum Ernten. Man sollte sie aber bis über den Frost hängen lassen. Durch die Einwirkung des Frostes werden Gerbstoffe die in den Früchten reichlich enthalten sind, in Zucker umgewandelt. Auch kann bei diesem Prozess etwa 5 % Alkohol entstehen. Schlehenfrüchte, die erst im Winter geerntet werden, ergeben ein ganz köstliches Gelee. Der Geschmack ist herb, würzig und süß zugleich. Auch ein Schlehenlikör ist an kalten Winterabenden sehr bekömmlich.

Schlehen Früchte am Strauch


Der Schwarzdorn im Garten


Im Garten steht die Schlehe gerne an sonnigen oder halbschattigen Stellen in nährstoffreichem Boden. Durch die natürliche Verzweigung ist kaum ein Schnitt notwendig. Sie wächst von alleine dicht und buschig. Im Jugendstadium noch recht sparrig, später aber dicht verzweigt und blickdicht. Eine Gabe Kompost im Frühling ist von Vorteil. Schlehen sind ein wertvolles Vogelnährgehölz. Da die Früchte der Schlehen im Winter oft bis Januar hängen bleiben, bieten sie Vögeln eine vitaminreiche Kost in der kalten Jahreszeit.

Der botanische Name Prunus spinosa bedeutet soviel wie dornige Pflaume. Tatsächlich ist aus der Schlehe unsere Kulturpflaume entstanden.